9.11.26: NIE WIEDER FASCHISMUS – NIE WIEDER KRIEG!

9.11.26: NIE WIEDER FASCHISMUS – NIE WIEDER KRIEG!

– dies war eine Maxime, die Peter Gingold nie aufgab. Sein Todestag jährt sich am 29. Oktober d. J. zum 20. Mal (mehr infos s. unsere Rubrik zu Peter Gingold). Für uns Anlass, unsere Gedenkveranstaltung am 9. November unter dieses Motto zu stellen und vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens auf die Zusammengehörigkeit beider Appell-Teile hinzuweisen: „Nie wieder Faschismus!“ UND „Nie wieder Krieg!“.

Das Bündnis gegen Rechts lädt ein im Gedenken an die Reichspogromnacht vor 88 Jahren zu
Kundgebung und Mahnwache:
Sonntag 9. November ´26, 17:30 Uhr,
Aschaffenburg,Sandkirche/Sandtor
Anschließend Gedenkweg zu Peter Gingolds Geburtshaus in der Steingasse

Wir laden ein vor dem Hintergrund, …
(Flyer herunterladen)

  • dass immer deutlicher wird, wie fruchtbar der Schoß noch ist (Brecht), hier und anderswo.
  • dass der 9. November 1938 das Fanal zum Holocaust war.
  • dass es der Krieg war, der die nötigen Voraus­setzungen für die faschistische „Endlösung“ bot.
  • dass eine wirkliche Gedenkkultur aktuelle Entwicklungen und die politische Handlungs­ebene dazu ins Auge fassen muss.
  • dass wir des 20. Todestags des jüdischen Antifaschisten und Friedenskämpfers Peter Gingold gedenken

Getreu seinem Motto „Nie aufgeben!“ sah Peter bis zu seinem Lebensende seine Aufgabe darin, als Zeitzeuge landauf landab der Jugend einzuschärfen, sich gegen faschistoide Entwicklungen zu stemmen, solange es die Verhältnisse zulassen. Wann immer er gerufen wurde, ob zu Gedenktagen oder aktuellen Protesten, kam er in die Heimatstadt seiner Kindheit, den Kampf gegen Faschismus und Krieg zu unterstützen. Dafür sind wir ihm für immer sehr dankbar.
Seine Tochter Silvia schrieb uns im Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine: „Peter hätte den Krieg verurteilt, jede Waffenlieferung an die Ukraine mit Entschiedenheit abgelehnt und vehement appelliert, jede Eskalation auf beiden Seiten zu verhindern und diplomatische Friedensverhandlungen zu fordern. Dafür hätte er sich mit all seiner Kraft eingesetzt.“
Peters Vermächtnis ist für uns Verpflichtung, uns mit aller Kraft einzusetzen gegen die Militarisierung, die mit der Ausrufung der „Zeitenwende“ eine Fahrt in ungeahnte Höhen und Breiten aufgenommen hat. Sie geht einher mit dem verstärkten Ausbau des Überwachungs- und Repressionsstaats, mit Ent­mensch­lichung, existenzvernichtenden Sanktionierungen und rigorosen Deportationen politisch Unliebsamer. Offen sprechen Politiker:innen geschichtsvergessen vom Krieg, der nach Russland getragen werden muss, von Umstellung auf Kriegswirtschaft.
Wir halten dagegen mit unserem Bekenntnis zum „Schwur von Buchenwald“ und der daraus abgeleiteten Maxime
Nie wieder Faschismus!“ UND „Nie wieder Krieg!“ – Nirgendwo!

Peter Gingold, Aschaffenburg, Wolfsthalplatz, 9. November 2002 (Foto: Main-Echo)

Titelfoto: Veranstaltung des BgR mit Peter Gingold im JuKuZ Aschaffenburg, 24.11.2005 (Foto: R.F.)

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