27. Januar: Mehr als 600 bei Gedenken an Holocaust und Opfer des Faschismus

27. Januar: Mehr als 600 bei Gedenken an Holocaust und Opfer des Faschismus

Das Bündnis gegen Rechts (BgR) hat zum 27. Januar – wie in vergangenen Jahren auch – anlässlich des Holocaust-Gedenktages und des Tages der Opfer des Faschismus zu Kundgebung und Mahnwache eingeladen. Nach offiziellen Zahlen folgten mehr als 600 Menschen unserem Aufruf. Nicht nur der Theaterplatz war nahezu gefüllt, auch an den drei Seiten standen viele Menschen.

Der traditionelle Ort für diese Veranstaltung ist die Gedenktafel für die Opfer des Faschismus „hinter der Sandkirche“. Aufgrund der aktuellen, erfreulich großen Protestwelle gegen die AfD und andere rechte Tendenzen in Deutschland musste der Veranstaltungsort auf den Theaterplatz verlegt werden.
Das BgR setzte mit dieser Veranstaltung ein starkes Zeichen der Ablehnung rassistischer und faschistischer Politik zu setzen.
Es sandte auch eine Botschaft der Solidarität an all jene senden, die von den nun medial breiter bekannt gemachten, skandalösen und menschenverachtenden Vertreibungsplänen, die in neurechten Kreisen von AfD bis CDU besprochen werden, potentiell betroffen sind. Sie brauchen jetzt ein deutliches Zeichen der Unterstützung und des Zusammenhalts.
Das Bündnis fordert auf, den jetzt aufflammenden Widerstand gegen Rechts zu verstetigen, ohne den Blick auf die AfD zu verengen. In Aschaffenburg hat es im Jahr 2023 eine vielfältige Entwicklung des Protests gegen Rechts auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen gegeben. Die Mitglieder im Bündnis gegen Rechts sagen: „Darauf müssen wir aufbauen und auch zukünftig klarstellen: Keine Ruhe den Faschisten!“

Programmablauf mit dokumentierten Redemanuskripten:

Eingangs-Musik
Sei wachsam https://www.youtube.com/watch?v=CdBo34ycvkw
Sag Nein https://www.youtube.com/watch?v=TwEvEXc3m5g

16:00 Uhr Begrüßung und organisatorische Hinweise

Redebeitrag 1 „Paul“ bgr – Die Opfer mahnen: Stoppt alle faschistischen Machenschaften!

– Gedenkminute – Wir begrüßen, dass in der Veranstaltung der Stadt um 17:00 Uhr der Blick nicht auf die Opfer des Holocaust verengt, sondern ausdrücklich der Bogen über ganz Europa gespannt wird, wo Faschisten Massaker begangen haben. Vom griechischen Kalavrita im Süden bis in die nordische Finmark, vom französischen Oradour im Westen bis nach Leningrad im Osten, wo im heutigen Petersburg die 80. Wiederkehr der Befreiung von der faschistischen Belagerung gefeiert wird. 80.000 Hunger-Opfer warten dort noch heute auf eine Art Gutmachung von Seiten der Bundesregierung. Wie Marion schon sagte, schließen wir in unser Gedenken auch Opfer ein, die den Holocaust überlebt haben, z. B. Esther Bejarano. Sie war vor 10 Jahren bei uns zu Gast, vor 2 ½ Jahren verstarb sie und dieses Jahr würde sie ihren 100. Geburtstag feiern. Wir bitten um eine kurzes stilles Gedenken. (1:00)
Worte und Musik Esther B. (5:00) https://bgr-ab-mil.de/wp-content/uploads/2024/01/Esther-Bejarano-Begleitmusik-zum-Massenmord.mp3

Redebeitrag 2 Ali DKGZ – Leben als Kurde in faschistoiden Strukturen

Redebeitrag 3 Farid (LINKE) – Herrschende Politik als Wegbereiter der AfD

Worte und Musik (5:12) „Ernst Grube aus München hat die Hälfte seiner Kindheit in Sammellagern, Heimen und Ghettos verbracht. Am 10.11.2021 hielt er einen Online-Vortrag für uns. Am Montag war er in einer Doku des bayerischen Rundfunks zu Theresienstadt zu sehen. Im Anschluss ein Lied von M. Theodorakis, übersetzt und eingespielt von R. Frankl.https://bgr-ab-mil.de/wp-content/uploads/2024/01/Ernst-Grube-Sammellager-in-Muenchen-eimaste-dio.mp3

Redebeitrag 4 „Max“ IL Antisemitismus

Lied (4:16) Esther Bejarano über ihre Befreiung http://bgr-ab-mil.de/wp-content/uploads/2024/01/Esther-Bejarano-Bella-Ciao-mit-Intro.mp3

Redebeitrag 5 Frank Sommer „Niemals ist jetzt!“

Ausklang
(3:04 ) Besorgter Bürger https://www.youtube.com/watch?v=Tmq8KHPxdrE